Hosting mit Schweizer Datenhaltung: die Anbieter im Überblick

Wer ein SaaS baut, wird früher oder später gefragt, wo die Daten liegen. Dieser Überblick ordnet die Anbieter ein, die für echte Schweizer Datenhaltung in Frage kommen: die Schweizer Anbieter Infomaniak, Exoscale und cloudscale.ch, die grossen Cloud-Plattformen mit Zürich-Region und den günstigen Nachbarn Hetzner. Mit den Stärken, den Grenzen und der Frage, worauf es bei der Wahl wirklich ankommt.

Warum der Ort der Daten überhaupt zählt

Wer ein SaaS aufbaut, stösst früher oder später auf die Frage, wo die Daten liegen sollen. Und in der Schweiz ist das keine reine Geschmacksfrage. Das revidierte Datenschutzgesetz verlangt zwar nicht pauschal, dass Daten im Land bleiben, aber viele Kunden verlangen es faktisch trotzdem. Gerade Behörden, Spitäler, Anwälte, Treuhänder und grössere Firmen fragen im Einkauf gezielt nach, wo ihre Daten gespeichert werden, und ein Nein an dieser Stelle kann einen Abschluss kosten.

Schweizer Datenhaltung ist damit oft weniger eine gesetzliche Pflicht als ein Verkaufsargument. Diesen grösseren Zusammenhang haben wir im Text dazu beschrieben, warum man SaaS-Daten in der Schweiz hosten will. Dieser Beitrag geht eine Ebene tiefer und ordnet die Anbieter ein, die tatsächlich in Frage kommen, mit ihren Stärken und ihren Grenzen.

Was Schweizer Datenhaltung genau bedeutet

Der Begriff wird oft unsauber benutzt, deshalb lohnt sich eine Unterscheidung. Drei Dinge fallen leicht zusammen, sind aber verschieden: wo die Server physisch stehen, in welchem Land die anbietende Firma sitzt, und welchem Recht sie unterliegt.

Ein Rechenzentrum in Zürich allein genügt nicht, wenn der Betreiber ein US-Konzern ist. Amerikanische Unternehmen können über den sogenannten Cloud Act zur Herausgabe von Daten verpflichtet werden, auch wenn diese physisch in der Schweiz liegen. Für die meisten Anwendungen ist dieses Risiko theoretisch, für heikle Daten aus dem Gesundheits- oder Rechtsbereich ist es ein echtes Argument. Wer echte Schweizer Datenhaltung im strengen Sinn will, achtet auf alle drei Punkte zusammen: Server, Firmensitz und anwendbares Recht in der Schweiz.

Die Schweizer Anbieter

Drei Namen tauchen immer wieder auf, wenn es um durchgängig schweizerische Anbieter geht, und sie zielen auf verschiedene Bedürfnisse.

Infomaniak ist die naheliegende Wahl, wenn du möglichst wenig selbst betreiben willst. Die Genfer Firma betreibt eigene Rechenzentren in der Schweiz und positioniert sich stark über Datenschutz und Nachhaltigkeit. Vom einfachen Webhosting über verwaltete Dienste bis zu einer eigenen Public Cloud ist die Bandbreite gross. Für Teams ohne eigene Betriebsleute ist das oft der bequemste Einstieg.

Exoscale richtet sich an alle, die eine echte Cloud-Infrastruktur zum Selberbauen suchen. Der Anbieter stellt Rechenleistung, Objektspeicher und verwaltetes Kubernetes bereit, mit Rechenzentren in Genf und Zürich. Wer eine Anwendung sauber auf Infrastruktur nach eigenem Zuschnitt stellen will, findet hier den Baukasten dafür, ohne die Komplexität der ganz grossen Plattformen.

cloudscale.ch ist der schlanke, technisch orientierte Anbieter mit sehr klarer Datenschutzhaltung und Rechenzentren im Raum Zürich. Virtuelle Server und S3-kompatibler Objektspeicher, ohne Schnickschnack. Für ein Entwicklerteam, das genau weiss, was es braucht, ist das eine saubere und berechenbare Grundlage.

Die grossen Plattformen mit Schweizer Region

Auch die drei Hyperscaler betreiben inzwischen Rechenzentren in der Schweiz. Amazon Web Services hat eine Zürcher Region, Google Cloud ebenfalls, und Microsoft Azure ist mit Standorten in Zürich und Genf vertreten. Damit lässt sich deren riesiger Dienstekatalog mit Datenhaltung in der Schweiz kombinieren.

Der Vorteil ist die Tiefe. Wer viele fertige Bausteine, weltweite Skalierung oder spezielle Dienste für Datenverarbeitung und KI braucht, bekommt hier alles aus einer Hand. Der Haken ist der bereits genannte: Es bleiben US-Konzerne, mit dem Cloud-Act-Vorbehalt im Hintergrund. Dazu kommt, dass ihre Preis- und Dienstemodelle komplex sind und die Bindung an die Plattform mit jedem genutzten Spezialdienst wächst. Wie man sich diese Abhängigkeit vom Anbieter nicht einhandelt, ist eine eigene Überlegung wert.

Der günstige Nachbar aus Deutschland

Kaum ein Gespräch über Hosting kommt an Hetzner vorbei, und das aus gutem Grund: Der deutsche Anbieter ist für seine Leistung bemerkenswert günstig. Nur liegen seine Rechenzentren in Deutschland und Finnland, nicht in der Schweiz. Für viele Vorhaben ist das kein Problem, denn Deutschland und die EU bieten ein hohes Datenschutzniveau, und wer international denkt, fährt damit gut.

Sobald aber ein Kunde ausdrücklich Datenhaltung in der Schweiz verlangt, fällt diese Option aus. Deutschland ist nicht die Schweiz, und die Zusage im Angebot lässt sich mit einem deutschen Rechenzentrum nicht halten. Es lohnt sich, diese Anforderung früh zu klären, bevor die Wahl des Anbieters feststeht.

Wie du für dein Vorhaben wählst

Die Entscheidung hängt an drei Fragen, nicht an einer Rangliste. Erstens: Wie heikel sind die Daten? Für unkritische Anwendungen zählt vor allem Preis und Leistung, für Gesundheits- oder Rechtsdaten wird die strenge Schweizer Datenhaltung zum Muss. Zweitens: Wie viel willst du selbst betreiben? Ein Anbieter wie Infomaniak nimmt dir Arbeit ab, eine reine Infrastruktur wie Exoscale oder cloudscale.ch gibt dir Kontrolle und verlangt dafür eigenes Betriebswissen. Drittens: Wie stark muss es wachsen können?

Bei dieser letzten Frage hilft der grössere Blick auf eigene Infrastruktur gegenüber der grossen Cloud und darauf, ob du selbst hostest oder einen Betreiber nimmst. Wichtig ist auch, dass ein Standort in der Schweiz allein noch keinen guten Betrieb macht. Ohne Monitoring, Backups und Alarmierung nützt das schönste Rechenzentrum wenig.

Wir betreiben unsere eigenen Produkte und die unserer Kunden auf genau solchen Grundlagen und wählen den Anbieter nach dem Vorhaben, nicht nach Mode. Wenn du unsicher bist, welche Variante zu deinen Daten und deinem Wachstum passt, gehört diese Frage in unseren Produkt-Betrieb. Sprich mit uns, und wir ordnen die Optionen für deinen Fall ein.